I know how to do this play now.
Das Interessante Experiment hat sich Jonathan Demme gebastelt mit seinem "Rachel Getting Married". In extreme emotionale Wechselbäder wird man getaucht zwischen einer praktisch-utopischen, farblich bunt gemischten und von sozialen Verwerfungen völlig losgelösten Hochzeitsparty und einer heftigen unaufgearbeiteten Familientragödie. Stilistisch bewegt sich Demme irgendwo zwischen Altman, Dogma-Filmen und Sundance-Drama, zügig kurvt die Kamera durch's Mittelstandsheim, immer eng an der von kulturellen und musikgeschmäcklerischen Schranken befreiten, emotional offenen und hippiesk kreativen, ja fast postobamatischen Feiergesellschaft.
Über kulturelle Unterschiede was lernen kann man allerdings doch, wenn man den Vergleich mit europäischen Ausläufern des Mittelstandsensemblefilms mit Nabelschauaspekt, den Dogmawerken ("Das Fest" drängt sich auf) oder so Berliner-Schule-Sachen zieht. In der künstlerischen Konsequenz fällt Demmes Film da wohl etwas ab. An einigen Stellen kommen böse Gedanken auf, die die Verlogenheit des ganzen Unternehmens betreffen - die Fantasien der Befreiung von "weißen" Mittelstandsneurosen durch "farbige" Lebensfreude und Hüftbeweglichkeit wirken schon etwas aufdringlich. Und der Überdeutlichkeit machen sich Drehbuch und Kamera gelegentlich auch schuldig. Aber wie Demme dem Genre die elende Indietristesse-Problematik austreibt, da lässt sich ja vielleicht was draus lernen.
Ach, und ja, Anne Hathaway ist hier echt ziemlich gut.
Für das lustigste und überraschendste Ding im Fernsehen seit langem halte ich das unter der Woche angelaufene "Important Things with Demetri Martin". Als Verbesserungsvorschlag fällt mir höchstens ein Doubleheader mit der imaginären Show "Hodgmans Areas Of Expertise" ein. Martin bildet nunmehr eine doppelte Speerspitze des kontemporären Geekhumors mit der "Big Bang Theory", in der sich Sheldon und Leonards Mutter (Christine Baranski) diese Woche einen unglaublichen Deadpan-Nerd-Off geliefert haben.
Es gibt ein paar Schnipsel auf der
myspacig zugemüllten Webseite, die ganze Magie des souverän vortragenen Flusses hipster- bis pennälerhafter Albernheiten entfaltet sich aber nur in voller Länge. In der Pilotfolge geht es passenderweise um Timing.
Diese gottlosen Chinesen! Machen einfach
Monsanto Konkurrenz und puschen massiv den
Anbau von gentechnisch verändertem Reis. Das eigentlich explosive Element für den hier vorherrschenden Anti-GMO-Diskurs scheint allerdings die landwirtschaftliche Revolution von unten zu sein, die sich in Asien abzeichnet:
Farmers in China, like those in India, Pakistan, Brazil, Vietnam and much of the world grow Bt transgenics because they make life marginally easier, slightly more profitable, and slightly less destructive of their very local environments. If there are distal and uncertain risks, they pale by comparison to the real risks of pesticide poisoning and crop failure. Farmers make this calculation whether governments approve or not, just as desperate Americans try remedies not yet approved by the Food and Drug Administration.
Dazu ein älteres Blogposting, ebenfalls von Salons Andrew Leonard, über
illegales partizipatorisches Seedsharing in Indien.