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Zum dritten Mal Southland Tales, vielleicht (vielleicht!) nicht der beste, aber auf jeden Fall der inspirierendste Film der letzten Zeit. Diesmal - das war als biblischer Fast-Analphabet nicht so einfach - ein bißchen auf die Bezüge zum Book Of Revelations geschaut und einige gewichtige Aspekte des Plots erstmals gerafft. Außerdem unter dem intoxicating Einfluss einer kleinen nachmittäglichen Gotthard-Guenther-Recherche über die ausgeprägt polykontexturale Erzählweise von Kelly nachgedacht.
Okay, der Film besitzt eventuell eine konsistente innere Logik (für deren Verständnis auch noch die zugehörigen Prequel-Comics nötig sind, mit denen ich mich wieder ein bißchen abgequält habe), aber das Zentrum ist dermaßen an den Rand der Story gerückt, dass eine Orientierung im Sound- und Bilderfluss eigentlich bis zum Ende unmöglich bleibt. (Und ich meine nicht mal die Orientierung im gelegentlichen völligen information overload auf dem Bildschirm, sondern die grundsätzliche in Kellys Filmwelt.) Man könnte behaupten, dass Kelly in dieser Hinsicht einen Pynchon an Konsequenz noch überbietet, der ja gerade in "Against The Day" auch mit zahlreichen Zentren und entsprechend angepaßten Stilistiken gearbeitet hat.
Danach noch ein bißchen in den einschlägigen Foren zum Film gestöbert, das war eher eine enttäuschende Erfahrung. Das Fanvolk hängt sich lieber endlos an strittigen Plotpoints auf, als die heftige Zeitdiagnose, die Kelly da in seiner spezifischen Verschränkung von Form und Inhalt ausbreitet, überhaupt wahrzunehmen. Noch ärgerlicher ist der Fast-Konsens, dass Kelly den kommerziellen Durchbruch schon schaffen wird, wenn er nur seine Defizite bei der Storyverständlichkeit beseitigen könnte. Wenn man bedenkt, dass das schon die wenigen Anhänger eines kommerziell und bei den Kritikern total gefloppten Films von sich geben, wird Southland Tales wohl vorläufig ein Unikat bleiben, ermöglicht durch ein sehr merkwürdiges Zusammentreffen von Umständen.
Okay, der Film besitzt eventuell eine konsistente innere Logik (für deren Verständnis auch noch die zugehörigen Prequel-Comics nötig sind, mit denen ich mich wieder ein bißchen abgequält habe), aber das Zentrum ist dermaßen an den Rand der Story gerückt, dass eine Orientierung im Sound- und Bilderfluss eigentlich bis zum Ende unmöglich bleibt. (Und ich meine nicht mal die Orientierung im gelegentlichen völligen information overload auf dem Bildschirm, sondern die grundsätzliche in Kellys Filmwelt.) Man könnte behaupten, dass Kelly in dieser Hinsicht einen Pynchon an Konsequenz noch überbietet, der ja gerade in "Against The Day" auch mit zahlreichen Zentren und entsprechend angepaßten Stilistiken gearbeitet hat.
Danach noch ein bißchen in den einschlägigen Foren zum Film gestöbert, das war eher eine enttäuschende Erfahrung. Das Fanvolk hängt sich lieber endlos an strittigen Plotpoints auf, als die heftige Zeitdiagnose, die Kelly da in seiner spezifischen Verschränkung von Form und Inhalt ausbreitet, überhaupt wahrzunehmen. Noch ärgerlicher ist der Fast-Konsens, dass Kelly den kommerziellen Durchbruch schon schaffen wird, wenn er nur seine Defizite bei der Storyverständlichkeit beseitigen könnte. Wenn man bedenkt, dass das schon die wenigen Anhänger eines kommerziell und bei den Kritikern total gefloppten Films von sich geben, wird Southland Tales wohl vorläufig ein Unikat bleiben, ermöglicht durch ein sehr merkwürdiges Zusammentreffen von Umständen.
neuronal - 31. Mrz, 14:35


