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Gotthard Günther hat deswegen die Forderung aufgestellt, für Systembeschreibungen nicht nur Positivsprachen, sondern auch Negativsprachen zu entwickeln und zu berücksichtigen.
Positivsprachen bestimmen, was sie bestimmen. Sie erfüllen eine kognitive Funktion.
Negativsprachen jedoch reflektieren die Beschreibung ihrer Gegenstände am Risiko sowohl des Gegenstands als auch der Beschreibung, ganz zu schweigen vom Beobachter, der die Beschreibung vornimmt. Sie stammen angesichts der Freiheit, zu der die Beobachtung dieses Risikos befähigt, nicht aus der Suche nach der sicheren Erkenntnis, sondern aus einer Art Bekenntnis, einem Entschluss zu einem Willensakt, der jede weitere Nachfrage allenfalls auf jenen „finsteren Grund“ verweist, dessen Begriff Günther aus Schellings letzter Fassung des deutschen Systemidealismus gewinnt.
(Dirk Baecker "Zaehlen, Tauschen, Ordnen: Die Problematik des Systembegriffs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts")
Positivsprachen bestimmen, was sie bestimmen. Sie erfüllen eine kognitive Funktion.
Negativsprachen jedoch reflektieren die Beschreibung ihrer Gegenstände am Risiko sowohl des Gegenstands als auch der Beschreibung, ganz zu schweigen vom Beobachter, der die Beschreibung vornimmt. Sie stammen angesichts der Freiheit, zu der die Beobachtung dieses Risikos befähigt, nicht aus der Suche nach der sicheren Erkenntnis, sondern aus einer Art Bekenntnis, einem Entschluss zu einem Willensakt, der jede weitere Nachfrage allenfalls auf jenen „finsteren Grund“ verweist, dessen Begriff Günther aus Schellings letzter Fassung des deutschen Systemidealismus gewinnt.
(Dirk Baecker "Zaehlen, Tauschen, Ordnen: Die Problematik des Systembegriffs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts")
neuronal - 31. Mrz, 14:20


