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Plötzlich begann mich der Hintergrund von Nicole Atkins zu interessieren, also hab ich ein paar Informationen und Bilder eingesammelt. Das hab ich dann erstmal bereut, weil es das Geheimnis dieses fantastischen, merkwürdigen Genrebastards "Neptune City" eher entzaubert hat. Nicole Atkins ist nämlich eine entspannte, eher unglamouröse Songwriterin aus New Jersey, die keineswegs im Abendkleid vorm Orchester performt, sondern eine eher normale Rock'n Roll-Sozialisation durchlaufen hat, Springsteen, Doors, Janis Joplin und so, und schon länger mit einer eher indiehaften Band durch die Gegend tourt. Okay, sie hat ne Stimme, die das Telefonbuch in ein Opernlibretto verwandeln könnte und kann Songs schreiben, die auch mit reduzierter Instrumentierung Spannung aufbauen - nur eben nicht so spektakulär klingen.
Im Interview mit dem entnervenden Google-Honk hier* stellt sich dann raus, dass das gerade durch geschickte Rückgriffe auf die Popgeschichte durchaus revolutionäre Soundkleid der Platte eigentlich mehr so von der Plattenfirma und dem Produzenten aufgedrängt wurde, zum Schluß hat Rick Rubin alles nochmal radikal neu gemixt. (Ganz ähnliche Prozedur wie bei Amy Winehouse mit Produzent Mark Ronson, was allein schon ausreicht, Nicole Atkins nochmal gesondert viel Glück zu wünschen.) Meine Begeisterung für "Neptune City" ist jetzt durch die Illusionsminderung tatsächlich etwas getrübt (bin ja selbst schuld, immerhin spricht sie im Interview auch von ihrer Faszination für Badalamenti, was wiederum interessant ist), trotzdem kann man mal wieder sehen, dass sich Authentizitätskult und großer Pop irgendwie ausschließen.
*am Ende kommt noch eine nette viertelstündige Performance, ich empfehle Buffern und Vorspulen
Im Interview mit dem entnervenden Google-Honk hier* stellt sich dann raus, dass das gerade durch geschickte Rückgriffe auf die Popgeschichte durchaus revolutionäre Soundkleid der Platte eigentlich mehr so von der Plattenfirma und dem Produzenten aufgedrängt wurde, zum Schluß hat Rick Rubin alles nochmal radikal neu gemixt. (Ganz ähnliche Prozedur wie bei Amy Winehouse mit Produzent Mark Ronson, was allein schon ausreicht, Nicole Atkins nochmal gesondert viel Glück zu wünschen.) Meine Begeisterung für "Neptune City" ist jetzt durch die Illusionsminderung tatsächlich etwas getrübt (bin ja selbst schuld, immerhin spricht sie im Interview auch von ihrer Faszination für Badalamenti, was wiederum interessant ist), trotzdem kann man mal wieder sehen, dass sich Authentizitätskult und großer Pop irgendwie ausschließen.
*am Ende kommt noch eine nette viertelstündige Performance, ich empfehle Buffern und Vorspulen
neuronal - 25. Mrz, 12:28


